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05.09.2016

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Der Palmsonntag hier im Süden von Bayern in Berchtesgaden

Palmsonntag in Bayern / Berchtesgaden

Der Palmsonntag ist für die jungen Buben zwischen 3  und 13 Jahren  im Berchtesgadener Talkessel ein wahrer Höhepunkt. Traditionell durften die Mädchen keine Palmbuschen austragen.

 

Die meisten Feierlichkeiten in Bayern drehen sich rund um das Kirchenjahr. So ist die Zeit rund um Ostern eine ganz wichtige Zeit mit vielen kirchlichen und daraus abgeleiteten weltlichen Feiern. Der sechste Fastensonntag ist der Palmsonntag. An diesem Tag werden die mit viel Liebe erstellten Palmbuschen feierlich in der Kirche geweiht. Im Laufe des Tages werden die „Buschen“ bei Verwandten und Bekannten vorbei gebracht. In den Stuben der Berchtesgadener ziert der Palmbaum dann denn Herrgottswinkel, wenn er hinter dem Kreuz aufgehängt wird.

 

Der Erhalt dieser sehr alten Bräuche hat wahrscheinlich damit zu tun, dass das Berchtesgadener Land sehr lange fast unzugänglich war. Außer den Salzsäumern und den reisenden Händlern kamen die Berchtesgadener kaum mit anderen Menschen in Kontakt und lebten somit Ihr eigenes Leben hier inmitten der Berge. Die starke kirchliche Ausprägung der Feste hängt mit Sicherheit auch damit zusammen, dass Berchtesgaden lange eine Fürstprobstei war und somit die Feierlichkeiten an die lateinisch Liturgie angelehnt wurden. Somit zählt der Palmsonntag auch heute noch zu den Tagen, an denen die Berchtesgadener sehr mit den „Palmbuschen“ beschäftigt sind. Schon am frühen Morgen wird alles zusammen gepackt und die Vorbereitungen zum Kirchgang laufen auf Hochtouren. Der Höhepunkt dieses Gottesdienstes ist die Weihe der Palmbuschen, die im Laufe des Tages dann an Bekannte und Verwandte verteilt werden.

 

Der Ursprung dieses Brauches findet sich im Neuen Testament wieder. In den Evangelien von Matthäus 21,1, Markus 11,1, bei Lukas oder auch bei Johannes wird beschrieben wie Jesus von Nazareth auf einem Esel in die Stadt Jerusalem eingezogen ist. Die Bevölkerung war begeistert vom Kommen des Messias und winkten mit Palmblättern. Nachdem es hier in Bayern keine Palmblätter gibt wurden stattdessen Weidenzweige verwendet. Dass sich der christliche Glaube und heidnische Bräuche durchwegs immer miteinander vermischt haben zeigt dieser Bericht eines Berchtesgadeners.

 

Der Palmsonntag aus
der Sicht vom kleinen Martin:

In der Vorwoche werden die Palmbuschen vom Vater gebunden, dazu benötigt man  Weidenzweige- mhyst. gegen Unheil und Krankheit, Buxzweige-mhyst. Schutz von Haus und Hof,  Wacholderzweige (Segensbaum) – mhyst. Abwehr von Druden und Hexen und frische Haselnussgaschten -mhyst. Gegen Böse Geister. Die Mutter und die Schwestern machten aus Gschaberbandeln (gefärbte Holzhobelspäne) den Schmuck (Ziehamonika, Kugeln und Kringeln) für die Palmbuschen. Am Sonntag morgen stehen alle in der Familie früh auf. Der als letzter aufsteht wird zum Palmesel gekürt. Dann geht's in der Tracht mit dem Vater in die Kirche zur Palmweihe. Zu meiner Kinderzeit war das Einkehren beim Stammwirt des Vaters ein absoluter Höhepunkt. Wir Buben bekamen a Paar Wienerwürschtln und oa oder zwoa Kracherln (Limonade). Die Väter löschten ihren Durst mit Gerstensaft. Nach der Stärkung im Wirtshaus wurden die Palmbuschen ausgetragen. Wir hatten Wochen vorher unsere alten Stammabnehmer gefragt ob wir wieder einen Palmbuschen bringen dürfen. Als Lohn für die Geweihten Buschen gabs einige Ostereier, Schokolade und meistens 5 Mark. Die besten „Kunden“ gaben mir 10 oder sogar 15 Mark. Das war zwischen 1962 und  1968 sehr viel Geld. Die Buschen zierten für ein Jahr dann die Herrgottswinkel in den Wohnungen. Bei den Bauern wurde 1 Großer Palmbuschn auf die Felder gesteckt um Unheil von Hof und Feld zu wenden.

Dies ist die Geschichte aus den Jahren von 1962 bis 1968 und sehr viel hat sich daran auch nicht geändert. Noch immer ist das Berchtesgadener Land fest mit seinen Bräuchen verwurzelt und hoffentlich bleibt das auch so

 

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