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05.09.2016

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Josef Ernst, Maria, Johann Nepomuk, Judas Thaddäus, Edler und Ritter von Koch Sternfeld

Ritter von Koch Sternfeld

salzburgisch-,toskanisch-, österreichisch- und bayerischer Staatsbeamter und Geschichtsforscher, der Geschichtsschreiber von Berchtesgaden wurde am 25.03.1778 zu Wagrain im Pongau als ältestes der 14 Kinder des Burg-Pflegers Johann Koch geboren. Er starb im Alter von 88 Jahren am 29. 06.1866 zu Tittmoning, woselbst sich heute noch sein Grabstein befindet.

 

Seine Mutter, Anna Theresia, eine geb. Salzmann, entstammt einer geachteten Bauerfamilie aus dem Pinzgau, die Besitzungen bei Saalfelden und in Zell am See hatte. Die Großmutter väterlicherseits war eine geb.Kronhauser von Sternfeld, diese Familie starb jedoch gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus. Bei der Adelung K.-St. (1802) durch den Erzbischof Hieronymus von Salzburg wurde ihm als Enkel die Bezeichnung "Edler von Sternfeld" zugestanden. Bald nach seiner Geburt wurde sein Vater als Landrichter nach Radstadt berufen, später in gleicher Eigenschaft nach Mittersill versetzt. Die Kinderzeit verlebte K.-St. zum größten Teil in Zell am See bei den mütterlichen Großelter. In Salzburg besuchte er das Gymnasium, das er mit großem Erfolg absolvierte. Darauf bezog er die Salzburger Universität und wandte sich zunächst dem Studium der Bergbaukunde und Mineralogie zu, sattelte jedoch um und studierte die Rechte. Schon mit 21 Jahren (14.06.1799) erlangte er die Zulassung zur Praxis an dem Salzburger Stadtgericht, ein Jahr später wurde er als Akzessist beim Landgericht Gastein erstmals staatlich angestellt. Damals schon bekundete er große Vorliebe zur Historie; in seiner Freizeit beschäftigte er sich mit der Sichtung des Akten- und Dokumentenmaterials. 1802 wird er nach Salzburg berufen und zum Hofratssekretär ernannt, ihm vom Erzbischof (Salzburg war damals noch Erzbistum) das Amt eibes Aktuars im medizinischen Kollegium übertragen und in den Adelstand erhoben. Durch ein Diplom des Pfalzgrafen Truchseß-Zeil wurde K.-St. in den Ritterstand aufgenommen. Nicht ohne Einfluß für ihn und seine geistige Fortentwicklung blieb der Gesellschaftskreis, der sich ihm in Salzburg erschloß. Er lernte den Syndikus von Salzburg: Hieronimus von Kleinmayrn, den Sohn des bekannten Verfassers des Buches: "Juvavia" , Franz Thaddäus von Kleinmayrn, sowie den Schuldirektor, Geschichtsschreiber und Schriftsteller Professor Franz Vierthaler, kennen, welch letzterer ihm die Veröffentlichung seiner ersten Arbeiten ermöglichte. Nach der Säkularisation (siehe auch Luneviller Friede und Reichsdeputationshauptschluß) fiel Salzburg und Berchtesgaden laut Pariser Vertrag vom 26.12.1802 an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana. Zur weiteren Information von Justiz- und Regierungsgeschäften wird K.-St. nach der Universität Göttingen entsandt. Anschließend, ebenfalls zu Studienzwecken, bereiste er eine Anzahl mittel- und norddeutscher Städte. In umfangreichen Aufzeichnungen: "Reisesplitter" schildert er seine Eindrücke. Reich an Erfahrungen kehr er nach Salzburg zurück. Der geistige Niederschlag dieser Lernfahrt war die Arbeit: "Versuch über Nahrung und Unterhalt eines zivilisierten Staates" (München 1805), die er als Preisaufgabe einer Ausschreibung der kaiserlich-russischen, ökonomischen Gesellschaft zufolge nach Petersburg einsandte. Ihm wurde der zweite Preis zuerkannt und die große silberne Medaille am Band des St. Katharinenordens verliehen, von Bayern die große Verdienstmedaille. Eine Berufung an die Universität Berlin und Salzburg lehnte er ab. Er wirkte nun als wirklicher Regierungsrat der Landesregierung Salzburg, eine gewaltige Arbeitslast lag auf ihm. Er hatte das Referat über Straßen- und Wasserbau, Polizei, Gewerbe und Handel, Zensur, Theater sowie über die Heilanstalten. Es zeigt von K.-St.´s eminenter Arbeitskraft, daß er neben dieser anstrengenden Diensttätigkeit noch Zeit zu einer Reihe von, reichliches Quellstudium erfordernden, Abhandlung fand. Großes Interesse bekundete er für Bodenkultur und Straßenbau. 1806 wurde unter seiner Leitung die Straße von Ried nach Leopoldskron vollendet. Genial vollzog er als Provinzinalkommissar bei dem Einfall der französ. Truppen in Salzburg die Verpflegung der feindlichen Heeresabteilungen. Ja, bei dem dritten Einfall der Franzosen im Salzburgischen mußte er als Zivilkommissar den Eindringlingen folgen für den französ. Direktor Marchand eine Statistik des Landes ausarbeiten. Inzwischen ward er durch König Maximilian Josef zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München ernannt und ihm das Ritterkreuz des Verdienstordens der bayer. Krone verliehen. Er hatte nämlich in Besorgnis einer nochmaligen Franzoseninvasion 30 Kisten Archivalien und wichtige Dokumente unter persönlicher Leitung von Salzburg nach München verbringen lassen. 1810, als Salzburg mit Berchtesgaden an Bayern verfiel wurde K.-St. königlich bayerischer Finanzrat, nebenbei war ihm die Verwaltung des Archivs übertragen. Mit hingebendem Eifer sammelte er durch die Kriegswirren stark reduzierten Akten der verschiedenen Ämter und legte in Salzburg das Zentralarchiv an. 1815 nach München berufen, stand er als Direktor dem neugegründeten historisch-statistisch-topographischen Bureaux vor. Kurz darauf erhielt er den Titel eines königlich bayerischen Legationsrates und gibt die "Zeitschrift für Geschichte, Geographie und Topographie von Bayern" (München 1816/17, 8 Bände) heraus. 1817 wurde er als Generalkommissar der Grenzregulierungskommission mit Österreich zugeteilt. Während ihm ein Ministerposten in Aussicht gestellt war, wurde er unter dem 3.08.1820 zur "Disponibilität" gestellt. Dies war ein ungemein harter Schlag für den erst 42-jährigen Mann. Nie konnte er diese Behandlungsart verschmerzen. Es drängt sich die Frage auf: wodurch wurde die glänzende Beamtenlaufbahn so plötzlich abgebrochen? Um dieser Frage gerecht zu werden, müssen wir uns die menschlichen Eigenschaften K.-St.´s näher betrachten. Krankhafter Ergeiz scheint die Wurzel seines tragischen Geschicks gewesen zu sein. Die Arbeit, der Erfolg, koste er, was er wolle, war ihm Alles. Nächtelang saß er vor seinen Akten und arbeitete ruhelos um der Geisteswelt zu offenbaren, was zu leisten er imstande ist. Ziehen wir die verschiedenartigsten Wissensgebiete in Betracht, die er literarisch zu bearbeiten sich bemühte, berücksichtigen wir ferner die überreiche Fülle des hierzu nötigen Quellenstudiums, das er mit emsigem Fleiße betrieb, so darf uns nich Wunter nehmen, wenn die an Geist und Körper gestellten hohen Anforderungen sich rächend bemerkbar machten. Hastig wie sein Arbeiten wurde auch seine Wesensart. Dabei war er ungemein reizbar, mißtrauisch, sarkastisch. Sein an Starrsinn grenzender Trotz, den er nicht nur seinen Kollegen gegenüber an den Tag legte, sondern auch seinen Vorgesezten entgegenbrachte, schadete ihm viel. Dabei war er von einem beißenden Spott, der allgemein gefürchtet war. Die Vielseitigkeit seiner Beschäftigung, die ihn sein Ehrgeiz aufoktroyierte, trieb ihn in die Enge, erzeugte in ihm einen immer steigenderen inneren Widerstreit. Sein Wesen war voll von Widersprüchen, äußerst unstet und unzufrieden, der Mangel eines festen inneren Rückhaltes war die Folge. Als Mensch war er wenig beliebt. Sein Familienleben war auch alles mehr denn glücklich. Am 22.01.1810 hatte er sich mit de Tochter des Slzburgers Protomedikus Josef von Barisani verheiratet. Diese war gebildet, sehr musikalisch und sehr hübsch, dennoch ar der Ehebund nicht harmonisch. Der Ehe entstammten drei Kinder: ein Sohn, Josef, später Landrichter in Altötting, und zwei Töchter: Ida und Emma. Tiefe Mißstimmigkeiten bestanden zwischen den beiden Gatten, die nach 15-jährigem Zusammenleben zur Scheidung im Jahre 1824 führten. Vom Staatsdienst entlassen, von der Familie geschieden, stand er nun ganz vereinsamt und verlassen, voll Bitterkeit im Herzen flüchtete er aus der Großstadt, aber er fand in der ersten Zeit nirgends Ruhe. Er zog zunächst nach Altötting, dann nach Geratsdorf, nach dem Kloster Au am Inn, das er käuflich erworben hatte, länger hielt er sich im Schloß Lampoting am Waginger See und im Kloster Höglwörth bei Reichenhall auf. 1847 erwarb er in Tittmoning ein kleines Haus, in dem er seine wertvolle Sammlung unterbrachte, in einem Nebenbau, seinem "Reliquienhaus", verwahrte er seine reiche Bibliothek und das ansehnliche Archiv. Auch fand er hier manche Ablenkung durch seine Kinder und Enkelkinder, gegen andere Menschen schloß er sich ängstlich ab. Er lebte nun ganz seiner literarischen Tätigkeit.
Glänzend war seine Beamtenlaufbahn, entsetzlich endete sie für ihn. Geradezu erdrückend ist die Fülle seiner literarischen Erzeugnisse. Nur wenige werden sich eine annähernd richtige Vorstellung machen können von der unendlichen Kleinarbeit und dem umfangreichen Dokumentenstudium, das K.-St. nötig hatte zur Bearbeitung seiner verschiedenartigsten literarischen Werke. Er war das geborene Forschergenie und hätte ihn nicht sein Ehrgeiz immer wieder zur Staatskarriere getrieben, sondern wäre er einer der Berufungen an eine Universität gefolgt, er hätte zweifellos ein zufriedeneres Leben geführt. K.-St. hatte viele Neider und manche seiner Arbeiten wurden angegriffen, in unberechtigter Art heruntergesetzt, wir wollen uns hier darüber nicht weiter verbreiten. K.-St. hat sich ein unvergängliches Verdienst um die Geschichtsforschung des ehem. Berchtesgadener Kirchenstaates erworben, in Sonderheit durch seine "Geschichte des Fürstentums Berchtesgaden und seiner Salzwerke" (München 1815). Die von Haß diktierte Kritik, die dieses Werk durch Prof. Anton Eisenmann erfuhr, ist keiner Kritik wert. Wohl sind seit dem Tode Kochs eine Reihe historischer Spezialabhandlungen über Berchtesgaden geschrieben worden, durch welche manches der Sternfeld´schen Geschichte überholt ist. Niemand hat es jedoch bis heute gewagt - gleich ihm - eine umfaßende Gesamtgeschichte nach Originalquellen auszuarbeiten. K.-St. ist heute noch - nach 115 Jahren - der bedeutendste Geschichtsforscher des Berchtesgadener Landes, und seine "Geschichte" ist jetzt noch das einzige, grundlegende Werk, welches das Berchtesgadener Land historisch universell behandelt. die verschieden Kritiker, welche wegen einer bei K.-St. festgestellten Unstimmigkeit sich zu überlegenen Richtern aufschwangen, sind es zum Teil, die in unfairer Art seine Forschungsergebnisse für die ihren ausgeben. Von seinen vielen Schriften seien hier genannt:
- "Historisch-geographisches Repertorium über die unparteylichen Abhandlung vom Staate Salzburg, über Juvavia und den diplomatischen Anhang des letzteren Werkes" 1802.
- "Versuch über Nahrung und Unterhalt eines zivilisierten Staates." München 1805.
- "Über Straßen- und Wasserbau und Bodenkultur im Herzogthum Salzburg und Fürstenthum Berchtesgaden." 1811.
- "Salzburg und Berchtesgaden, in historisch-statistisch-geographisch- und staatsökonomischen Beyträgen." 2 Bände. 1810 Salzburg.
- "Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke". 1815 München.
- "Historisch-geopraphisches Repertorium der Staatsverwaltung Bayerns." 4 Bände München 1815.
- "Zeitschrift für Geschichte, Geographie und Topographie von Bayern." 8 Bände. München 1816/17.
- "Salzburg unter den Römern." 1815.
- "Hochzeitsfeyer Carls, Erzherzogs von Österreich, mit Maria, Prinzessin von Bayern, anno 1571." 1816.
- "Über die Kriegsgeschichte der Bayern." 1816.
- "Die Tauern." 1820.
- "Beleuchtung der Sartorischen Chronik. In Beziehung auf die Geschichte und Geographie der Tauern." 1821.
- "Historisch-staats-ökonomische Ansichten von den Elementen des teutschen Staatsorganismus." 1822.
- "Über Arn´s, Erzbischof von Salzburg, urkundlichen Nachlaß in Beziehung auf bayerische Landes- und Volkskunde." 1823.
- "Beyträge zur teutschen Länder-. Völker-, Sitten- und Staatenkunde." 3 Bände. 1825.
- "Joh. Maximilian V. Franz Xaver, Graf v. Preysing-Hohenaschau." 1827.
- "Über den Kampf des Grundeigentums gegen die Grundherrlichkeit." 1833.
- "Die teutschen, insbesondere die bayerischen und österreichischen Salzwerke." München 1836.
- "Zur bayerischen Fürsten-, Volks- und Kultur-Geschichte." 1837.
- "Biographische Skizzen von Alois Wiguläus, Freiherr von Kreitmayr." 1838.
- "Das Reich der Langobarden in Italien." 1839 München.
- "Betrachtungen über die Geschichte, ihre Attribute und ihren Zweck." 1841.
- "Der Lampotinger Heimat und Volksleben." 1842.
- "Rhapsodien aus den Alpen." (Das einzige poetische Werk.) 1843.
- "Genealogische und topographische Forschungen über die Stifter, die Stiftung und Ausstattung von Eberndorf, Gurniz, Teinach und St. Lorenz zu Burg Stein in Kärnten." 1850.
- "Das Beinfeld bei Fridolfing, eine Fabel?" 1850.
- "Zur Vorgeschichte der Dynasten von Mürzthal und Eggenstein in der Steiermark." 1850.
- "Urkundliche Nachrichten von dem Weiland-Frauenkloster am Nonnberg, im Isengau und Umgebung,"1850.
- "Kulturhistorische Forschungen über die Alpen ." 2 Bände. München 1851/52.
- "Rückblick auf die Vorgeschichte Bayerns." München 1853.
- " Begründung zur ältesten Profan- u. Kirchengeschichte von Bayern und Österreich."1854.
- "Das Christenthum und seine Ausbreitung vom Beginn bis zum 8.Jahrh." 1855.
- "Die altgefeyerte Dynastie des Babo von Abensberg."Regensburg 1857.
- " Vier Vermächtnisse, behufs einer kritischen und lohnenden Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung in Bayern. 1858.
- "Zur Wahrnung der Geschichte von der Stadt Reichenhall und Umgebung."1859.
- "Das nordwestliche Bayern in der 1. Hälfte des 8. Jahrh. " München 1860.
- "Bayern und Tirol in kulturhistorischen Skizzen." München 1861
- "Die Gründung und die wichtigsten geshichtlichen Momente des ehemaligen Reichsstiftes und heutigen Fürstentums Berchtesgaden." München 1861.
- "Der Fischfang, das jus piscandi, in Bayern und Österreich ob der Enns."1863.
- "Über die Abstammung der Gräfin Hazaga. 1863.

Quelle und Text:
aus dem Berchtesgadener Archiv 

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