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05.09.2016

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Professor Dr. Rudolf Kriss – Ein Leben als Gefangener, Vorbild Bürgermeiser uvm.

Rudolf Kriss war der Sohn einer alteingesessenen Familie Berchtesgadens, welche seit Generationen im Besitz, des 1645 gegr., Hofbrauhaus Berchtesgadens war.
Nach dem Tod seines Vaters, der im 1. Weltkrieg als Major fiel, nahm Rudolf Kriss zuerst ein Studium zum Diplomkaufmann auf, welches für den Elterlichen Betrieb sehr von Interesse war. Sein eigentliches Interesse galt jedoch der Volkskunde, worin er mit einer Dissertation 1929 über das „Gebärmuttervotiv“ promoviert wurde.
Als Privatdozent leitete Kriss ab 1933 in Wien die Sammlung für Volkskunde. Die Professur erlangte er 1935, bekam aber als Gegner Hitlers und religiöser Volkskundler 1938 Lehrverbot. Seiner Heimat verbunden und dem Brauchtum treu, begann er in der Zeit des Lehrverbotes mit
dem Buch der „Berchtesgadener Weihnachtsschützen“.
Bis zuletzt wehrten sich die Weihnachtsschützen gegen die Vereinnahmung ihres Brauches durch das Regime Adolf Hitlers.
Professor Dr. Rudolf Kriss bestärkte sie darin, er war den damaligen Machthabern ein Dorn im Auge, und galt als geistiger Anführer der Weihnachtsschützen. Am 25.September 1944 wird Herr Professor Dr. Rudolf Kriss, aufgrund ihm zugeschriebener regimekritischer Äußerungen, die laut eigenen Angaben durchaus seiner Haltung entsprochen aber nicht in diesem Wortlaut gefallen seien, zum Tode verurteilt, später zu lebenslanger Haft begnadigt.

Vom 28.05.1945 bis 13.03.1946 war er der zweite, von den Amerikanern bestellte Bürgermeister des Berchtesgadener Landls. Nach dieser Zeit gehörte er viele Jahre für die CSU dem Kreistag an und war Gemeinderat der damals noch selbstständig bestehenden Gemeinde/Gnotschaft Salzberg. Aus Dankbarkeit für die Unterstützung gegen die Vereinnahmungsversuche und der wissenschaftlichen Begleitung des Brauchtums ernannten die Vereinigten Weihnachtsschützen Rudolf Kriss zum Ehrenmitglied der „Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes“.

Nicht nur der politischen, sondern seiner Berufung, der wissenschaftlichen Tätigkeit ging Rudolf Kriss nach den Kriegsjahren nach. Zuerst eine kurze Zeit in Salzburg, später in München. Durch seine Forschungsreisen in Nordafrika und die stetige Erweiterung seiner Sammlung religiöser Volkskunst aus Mitteleuropa umfasste seine Sammlung zuletzt über 14000 Votivgaben und viele andere Zeugnisse religiöser Volkskunst welche den Alpenraum den Schwerpunkt gab. Das Bayerische Nationalmuseum erfreute sich 1951 über die Schenkung seiner Sammlung, welche ab 1961 im Volkskundlichen Bereich zu sehen war.
Ab 1995 war sie 11 Jahre lang im Straubinger Herzogschloss, einer Zweigstelle des Nationalmuseums untergebracht.

Seit dem 28. März 2007 ist sie im Museum Kloster Asbach, der Gemeinde Rotthalmünster des Landkreises Passau wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und zu betrachten. Das Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums zeigt in einer Ausstellung unter dem Titel „Glaube und Bild. Sammlung Rudolf Kriss“ in einer neuen Abteilung mehr als 1000 Hauptwerke aus dieser weltweit bedeutendsten Sammlung zum Volksglauben Europas.Die Präsentation in drei weitläufigen Räumen fügt sich den bereits seit Jahrzehnten in Asbach gezeigten historischen Abgüssen bayerischer Bildwerke des Mittelalters sowie ausgewählten Meisterwerken der Schmiedekunst aus dem Besitz des Bayerischen Nationalmuseums an.

Der Volkskundler und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Rudolf Kriss trug seine einzigartige Sammlung von Bildern und Zeichen der Frömmigkeit in Süddeutschland und Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland zusammen. Die meisten Objekte entstammen dem 19. Jahrhundert, doch sind auch zahlreiche ältere Beispiele - etwa unter den Skulpturen - zu sehen.

 

Wie der Mensch seine häusliche Umgebung mit religiösen Bildern und Figuren zum Andachtsraum gestaltet und wie er sich mit geweihten Dingen vor Unglück und Krankheit zu schützen sucht, wird zu Beginn des Rundgangs anhand von Hinterglasbildern, Kleinskulpturen, Rosenkränzen, Wachsstöcken und Gebetbüchern, Sakramentalien und Devotionalien dargestellt. Bildzeugnisse für die Christus-, Marien- und Heiligenverehrung schließen sich an, die großen Feste des Kirchenjahres werden exemplarisch an der Passionszeit anschaulich gemacht. Schließlich ist vieles über Wallfahrten zu erfahren und über die Hilfsbedürftigkeit wie auch die Zuversicht früherer Generationen, die sich in der Darbringung von Votivgaben aus Ton, Holz oder Metall sowie von gemalten Votivtafeln ausdrückt. Die Abteilung „Glaube und Bild. Sammlung Rudolf Kriss“ vermittelt Einblicke in eine fast vergangene Welt des Glaubens.

 

Ebenfalls ist im Heimatmuseum Berchtesgaden „Schloss Adelsheim“ eine Abteilung „Rudolf Kriss“ in deutlich kleinerem Rahmen zu bewundern, welche durch das Bayerische Nationalmuseum zum gedenken an Rudolf Kriss eingerichtet wurde.



Im Jahre 2004 wurde das Gymnasium Berchtesgaden eingeweiht und ein Antrag dieses nach Rudolf Kriss zu benennen fand im Gemeinderat Berchtesgaden leider keine Mehrheit.

Werke von Professor Dr. Rudolf Kriss:

  • Das Gebärmuttervotiv; 1929, Filser Verlag

  • Die religiöse Volkskunde Altbayerns; 1933, Rohrer Verlag

  • Bauernmalerei aus drei Jahrhunderten; 1936

  • Freiheit und Bindung; 1936, Saturn Verlag

  • Die schwäbische Türkei; 1937, Schwann Verlag

  • Das Berchtesgadener Weihnachtsschießen und verwandte Bräuche, 1941, Hölzl Verlag Wien

  • Sitte und Brauchtum im Berchtesgadener Land mit Sebald Tewes; 1947, Filser Verlag

    • zweite Auflage mit Illustrationen von Paul Ernst Rattelmüller, 1963 Verlag Berchtesgadener Anzeiger

  • Im Zeichen des Ungeistes; 1948, Filser Verlag

  • Wallfahrtsorte Europas ; 1950, Hornung Verlag

  • Kultur und Volk; 1954, Österreichisches Museum für Volkskunde

  • Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland u. in Unteritalien mit Hubert Kriss-Heinrich; 1955, Österreichisches Museum für Volkskunde

  • Eisenopfer: Das Eisenopfer in Brauchtum u. Geschichte mit Lenz Kriss-Rettenbeck; 1957, Hueber Verlag

  • Die Darstellung des Konzils von Trient in Hans Pfitzners musikalischer Legende „Palestrina“; 1962, Hans-Pfitzner-Gesellschaft

  • Die Berchtesgadener Tracht; 1973, Verlag Berchtesgadener Anzeiger

  • Volkskundliche Anteile in Kult und Legende äthiopischer Heiliger mit Hubert Kriss-Heinrich; 1975, Harrassowitz

  • Volkskundliches aus altbayerischen Gnadenstätten; Filser

  • Berchtesgadener volkskundliche Schriften; Filser

  • Volksglaube im Bereich des Islam; Harrassowitz Verlag

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