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Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land
Weihnachts- und Neujahrsschießen
Die Grundvoraussetzung für jegliches Schießen ist der Besitz von Waffen. Hierzu waren die früheren bäuerlichen Lehensträger (Lehen=Leihen) zur Landesverteidigung sogar verpflichtet. Daß das Schießen im Berchtesgadener Land eine lange Tradition besitzt, beweist ein Verbot aus dem Jahre 1708, wonach Schießen als unchristlicher Aberglaube verboten worden ist.
Wiederum wurde allerdings bei festlichen Feiern und Anlässen das Schießen nicht nur gestattet sondern regelrecht gefördert. Heute schießen die Weihnachtsschützen in Berchtesgaden vor allem zur Weihnachtszeit (daher der Name Weihnachtsschützen), in der Neujahrsnacht, aber auch anderen kirchlichen Anlässen, wie Pfingsten und den einzelnen Kirchweihfesten. Auch bei weltlichen Festen, wie der 900-Jahr-Feier in Berchtesgaden, Trachtenjahrtagen, Vereinsjubiläen oder bei den jährlichen Gaufesten des Gauverbandes I., sowie beim Brautwecken anlässlich einer Bauernhochzeit.
Im Weihnachtskreis wird entsprechend der kirchlich- bäuerlichen Tradition eine Woche vor Heilig Abend um 15.00 Uhr in den Kirchen feierlich geläutet, in den Häusern ein Rosenkranz gebetet und vor den Häusern geschossen. Dieses Schießen ist in der Volkssprache das Christkindlanschießen. In diesem Zusammenhang ist auch der alte Brauch des Rauchschießens zu nennen. Am hl. Abend, etwa um sechs Uhr Abend, wenn nach der Stallfütterung in den Bauernhöfen geräuchert und Rosenkränze gebetet werden, tritt der Bauer vor Beginn der Räucherung vor die Haustür und feuert drei Schüsse ab. Am 24.12. wird vor allem in den Außengemeinden vor dem Beginn der Christmette und nach deren Ende mit Handböllern geschossen. Wo keine schweren Liegeböller vorhanden sind, werden die sechs Wandlungsschüsse gleichfalls mit diesen abgegeben.
In der Neujahrsnacht treffen sich die Schützen der einzelnen Vereine eine halbe Stunde vor Mitternacht an ihren Plätzen und das immer lauter werdende Schießen beginnt. Die 1887 gegr. Schützengesellschaft, "die Oberherzogberger" schießen dann punkt 0.00 Uhr acht Schüsse aus ihren schweren Kanonen, um das neue Jahr zu begrüßen. Bei einigen Vereinen ist es an Silvester der Brauch, zur Ehrung der jeweiligen Gönner des Vereins "Standerl" zu schießen. Es werden kleine Gruppen gebildet, die die betreffenden Häuser aufsuchen und entweder eine kleine Spende oder eine Brotzeit erhalten. Dabei schießen die Gerer, Stanggasser, Winkler und Bischofswieser vor Neujahr und die Auer nach Neujahr. Die Auer Schützen schießen oft bis zum Morgengrauen. Alle regionalen Unterschiede zu nennen, würde diesen Rahmen sprengen und so ist dieser Beitrag lediglich als kleine Übersicht zu verstehen. Auch diese Bräuche in Berchtesgaden dienen keinerlei Show und wollen dies auch nicht werden. Sie sind tief in die Geschichte Berchtesgadens verwurzelt und werden aus Überzeugung und Tradition weitergeführt. 1925 wurde die "Vereinigung der Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes" (Dachorganisation der 17 Berchtesgadener Weihnachtsschützenvereine) gegründet.














