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Palmsonntag in Bayern / Berchtesgaden
Der Palmsonntag ist für die jungen Buben zwischen 3 und 13 Jahren im Berchtesgadener Talkessel ein wahrer Höhepunkt. Traditionell durften die Mädchen keine Palmbuschen austragen.
In der Vorwoche werden die Palmbuschen vom Vater gebunden, dazu benötigt man Weidenzweige- mhyst. gegen Unheil und Krankheit, Buxzweige-mhyst. Schutz von Haus und Hof, Wacholderzweige (Segensbaum) – mhyst. Abwehr von Druden und Hexen und frische Haselnussgaschten -mhyst. Gegen Böse Geister. Die Mutter und die Schwestern machten aus Gschaberbandeln (gefärbte Holzhobelspäne) den Schmuck (Ziehamonika, Kugeln und Kringeln) für die Palmbuschen. Am Sonntag morgen stehen alle in der Familie früh auf. Der als letzter aufsteht wird zum Palmesel gekürt. Dann geht's in der Tracht mit dem Vater in die Kirche zur Palmweihe. Zu meiner Kinderzeit war das Einkehren beim Stammwirt des Vaters ein absoluter Höhepunkt. Wir Buben bekamen a Paar Wienerwürschtln und oa oder zwoa Kracherln (Limonade). Die Väter löschten ihren Durst mit Gerstensaft. Nach der Stärkung im Wirtshaus wurden die Palmbuschen ausgetragen. Wir hatten Wochen vorher unsere alten Stammabnehmer gefragt ob wir wieder einen Palmbuschen bringen dürfen. Als Lohn für die Geweihten Buschen gabs einige Ostereier, Schokolade und meistens 5 Mark. Die besten „Kunden“ gaben mir 10 oder sogar 15 Mark. Das war zwischen 1962 und 1968 sehr viel Geld. Die Buschen zierten für ein Jahr dann die Herrgottswinkel in den Wohnungen. Bei den Bauern wurde 1 Großer Palmbuschn auf die Felder gesteckt um Unheil von Hof und Feld zu wenden.













