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28.07.2013

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Anton Adner –
Der älteste Berchtesgadener

 

Der Adner war der Sohn des Scheberlmachers Anton Adner. Ob er ein echter Schönauer war oder in Tirol zur Welt kam ist nicht bewiesen. Das arbeitsreiche Leben des Anton Adner begann schon sehr früh. Als Kind half er bereits bei der Herstellung der Scheberl, die er später mit der Kraxe auf der Schulter selbst vertrieb. Bei der Einweihung der Soleleitung 1817 fiel dem König Maximilian I. erstmals der „bayerische Methusalem“ Anton Adner auf. Später lud der bayerische König Maximilian I. Anton Adner zur Fußwaschung nach München ein und übertrug die Sorge für den Adner Donei dem Salzoberamt in Berchtesgaden.



Der Anton Adner soll 1705 in Berchtesgaden oder Schönau zur Welt gekommen sein. Hierfür liegen uns allerdings keine Beweise vor. Denn eine andere Version besagt, dass Anton Adner sen. erst nach der Geburt seines Sohnes von Tirol in die Schönau eingewandert ist.
Strenge Handwerksordnungen regelten zu der damaligen Zeit, dass der Holzhandwerker nur bestimmte Gegenstände drechseln oder schnitzen durfte. So gab es die verschiedensten Handwerkszweige: Löffel-, Holzschuh- und Trühelschnitzer, Pfeifen-, Büchsen- und Körberldreher, Scheberl- (Rassel für Kinder), Puppen- und Schachtelmacher. Die Spanschachteln, die Anton Adner gefertigt hat, dienen vielfältigen Zwecken.

In den Spanschachteln wurden z.B Hauben, Hüte, Perücken, Federn, Kränze, Gewürze, Pillen und sogar Butter und Schmalz aufbewahrt. In der Weihnachtszeit waren vor allem Spielzeugschachteln, Harlekin-, Familien-, Hochzeitszüge und Krippendarstellungen im Angebot.
Für den Vertrieb der Berchtesgadener War (Spanschachteln etc.) sorgten die Verleger. Sie boten die bei den Holzhandwerkern aufgekauften Waren auf Messen und Märkten feil und exportierten diese in viele Länder. Um den ohnehin kargen Verdienst nicht noch zu schmälern, zogen viele Holzhandwerker selbst über Land. Da nur für gefahrene, nicht aber getragene Waren aus dem Berchtesgadener Land ein Ausfuhrzoll (Maut) zu entrichten war, schlugen die wandernden Händler mit der Kraxe dem Zoll ein Schnippchen, da sie hierfür keinen Zoll entrichten mussten. Die Berchtesgadener Kraxe nahm den ganzen Rücken ein und ragte sogar über den Kopf hinaus. Dadurch konnte die doppelte Menge aus dem Berchtesgadener Talkessel getragen werden.

Noch als Hundertjähriger wanderte Anton Adner noch zu Fuß durch Bayern, Österreich und die Schweiz. Um sich die Wanderung kurzweiliger zu machen und vor allem die Zeit zu nutzen, strickte „der Berchtesgadener Methusalem“ Anton Adner Strümpfe, die er gleich mit in seinem Sortiment anbot.
Auf  Einladung von König Maximilian I., dem er 1817 bei der Einweihung der Soleleitung in Berchtesgaden aufgefallen war, hatte Adner als ältester Einwohner Bayerns am Gründonnerstag an der symbolischen Fußwaschung im Dom der Landeshauptstadt München teilgenommen. Der König hatte den Alten mit einem Wagen nach München in die Hauptstadt von Bayern bringen lassen, wo der Holztrödler zum ersten Mal in seinem Leben ein Theater besucht hat. Im Münchner Frauenturm war eine Reproduktion eines Portraits von Anton Adner. Dieses Portrait wurde leider bei einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zerstört. Eine Kopie dieses Gemäldes vom Münchner Maler Kleiber befindet sich heute im Heimatmuseum von Berchtesgaden. Dieses Bild ist zur Erinnerung an die Turmbesteigung des Berchtesgadener Greises im Jahre 1814 angefertigt worden. Anton Adner war zu dieser Zeit immerhin schon 109 Jahre alt.

Der bayerische König wurde für den alten Schachtelmacher zum Wohltäter. Der König übertrug dem königlich bayerischen Salzoberbergamt in Berchtesgaden die Sorge für den Greis. Die Familie Zechmeister, bei der Anton Adner am Kugelfeld in Berchtesgaden wohnte, bedachte er mit einem heute noch vorhandenen Smaragdring und einem silbernen Essbesteck mit dem königlichen Wappen von Bayern. Als Adner erkrankte wurde der königlich bayerische Landgerichts- und Salinenphysikus Dr. Mayer zu ihm nach Berchtesgaden beordert. Der Arzt musste täglich einen Bericht über den Zustand des inzwischen 117-jährigen an den König verfassen. Als Anton Adner sein Ende nahen sah, erhob er sich – den Berichten zufolge – noch einmal von seinem Krankenlager und betete für den König von Bayern.
Anton Adner starb am 15. März 1822 abends um halb fünf Uhr an Wassersucht. Er bewahrte bis in seine letzten Tage eine kindliche Fröhlichkeit. Im Totenbuch wurde folgendes vermerkt: „Senex plenus hilaritate ac juncundo spiritu per 4 annos a rege Maximiliane paterne alitus est. Vir admirabilis memoriae.“ (Deutsche Übersetzung: Ein Greis voll Heiterkeit und anziehendem Gemüt, der vier Jahre lang von König Maximilan väterlich unterhalten wurde. Ein Mann von bewunderungswürdigem Gedächtnis.“

Der König Maximilian I. von Bayern vergaß den Alten aus Berchtesgaden auch nach dem Tode nicht. Er veranlasste die Beerdigung und ließ ein stattliches Grabmal im Friedhof direkt an der Franziskanerkirche errichten. Damit sorgte er dafür, dass Anton Adner auch heute noch nicht vergessen worden ist.
Auf dem Grabmal hinter der Franziskanerkirche in Berchtesgaden ist folgende Inschrift angebracht: „Ein heiteres Ende – des langen Lebens – dessen größten Theil – er als Trödler mit – Berchtolsgadener Waaren – auf Reisen zugebracht – gewährten ihm – die Wohltaten des Königs.“


Anmerkung zu diesem Artikel:
Der Berchtesgadener Anton Adner war zur damaligen und auch in der heutigen Zeit eine Berühmtheit. Aus diesem Grund gibt es viele Geschichten, die allerdings nirgends geschichtlich belegt sind.
So schreibt z.B. Dr. Carl Oskar Renner in seinem Buch „Der Adner“ als Zusammenfassung.
„Adner Dannei wird 1705 als Sohn eines Schnitzers und einer Zigeunerin geboren. Nach dem Tod seiner Eltern wächst er auf dem Malterlehen in der Schönau auf. Er bekommt die Möglichkeit einer höheren Schulbildung und wird Kanzlist in der Fürstprobstei. Wegen seiner familiären Verhältnisse wird er dieses Postens enthoben. Von da ab fertigt er Spanschachteln und Arschpfeiferrößl an, wie einst sein Vater. Auf vielen langen Wanderungen verkauft er seine Waren.
Die Säkularisation bringt die Fürstpropstei Berchtesgaden in königlich-bayerischen Besitz. Der 100 jährige Dannei gewinnt die Freundschaft…"

Ein weiteres Buch, bzw. einen geschichtlichen Roman über den Dannei mit dem Titel "Der Schmugglerkönig vom Untersberg" schrieb Lona Koppenleitner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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