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Wandermöglichkeiten im Klausbachtal in der Ramsau

Das Klausbachtal in der Gemainde Ramsau bei Berchtesgaden bietet zahlreiche Wandermöglichkeiten und ist ideal für Familien mit Kinderwagen geeignet.

Klausbachtal am Hintersee in der Ramsau

Wanderung vom Hintersee durch den westlichsten Teil des Nationalparkes entlang des Klausbaches zur Bind-Alm und weiter zum Hirschbichl-Paß. Eine Tour durch ein einzigartiges Tal kann als Aktiverlebnis oder für Wellness genutzt werden. So oder so ist das Klausbachtal auf alle Fälle ein Erlebnis.

 

Wie ist das Klausbachtal in der Ramsau entstanden?

Das Klausbachtal bildete sich im Bereich eines geologischen Bruches. Die heutige Form erhielt es im Wesentlichen während der Eiszeit. Ein ca. 1 km mächtiger Gletscherstrom ergoss sich über den heutigen Hirschbichl-Pass hinweg in das Klausbachtal und schliff das heutige Tal aus. Nach Abschmelzen des Gletschers vor ca. 10.000 Jahren sammelte sich im Talgrund Wasser. Den Rest des entstandenen Sees ist der heutige Hintersee, da im Lauf der Zeit das Seebecken vollständig mit Gesteinsschutt verfüllt worden ist.

Eine Wanderung oder Radtour in das Klausbachtal startet beim Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus gleich hinter dem Parkplatz. Das Klausbachhaus ist das ehemalige Laroslehen von der Unterau. Das Lehen wurde im Berchtesgadener Ortsteil Unterau abgetragen und hier am Eingang des Klausbachtals wieder aufgebaut. Die Nationalparkinformationsstelle ist täglich außer sonn- und feiertags von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Ausstellungen informieren die Besucher über den „Alpen-Nationalpark“ Berchtesgaden in Bayern.

 

Woher kommt der Name Klausbachtal?

Der Klausbach hat dem Tal seinen Namen gegeben. Aufgrund der Salzgewinnung und Salinentätigkeiten in Berchtesgaden herrschte sehr starker Holzbedarf im Berchtesgadener Talkessel. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Klausbach in seinem nördlichen Teil in einen Kanal gezwängt, um das Wasser für den Transport von Brennholz für die ehemalige Saline in Berchtesgaden, nutzen zu können. Früher wurde das Tal periodisch überschwemmt und Auwälder, die auf zeitweise Überschwemmung angewiesen sind und weite Teile des Talbodens bedeckten, bildeten den Bewuchs des Klausbachtales. Mit der Kanalisierung wurde dem Auwald die Lebensgrundlage entzogen. Heute findet man aus wirtschaftlichen Gründen viele Fichten entlang des Weges Richtung Hirschpichlpass. Das Fehlen von Esche, Bergahorn bereitet allerdings immer wieder Probleme bei starken Winden, die die Fichten schnell entwurzeln.



Tierwelt des Klausbachtales

Der Wanderer oder Mountainbiker sollte an einigen Stellen Rast machen um die Landschaft, Flora und Fauna zu bewundern. Denn im Herzen des Nationalparks ist die Vielfalt der Tier- und Vogelwelt ist besonders ausgeprägt.
Sie reicht von der tauchenden Wasseramsel im Klausbach bis hin zum Steinadler, der vor den Wänden der Reiteralm im Aufwind kreist oder dicht vor den Felsen fliegend nach Beute sucht. Das Klausbachtal beherbergt alle sechs vorkommenden Spechtarten des Biosphären Reservat Berchtesgaden: vom laut rufenden Schwarzspecht über Grau-, Grün-, Bunt- und Dreizehenspecht bis zum seltenen Weißrückenspecht. Besonders leicht können Wanderer im Winter das Rotwild beobachten. Eine Wanderung zur Wildfütterung bietet freie Sicht auf Hirsche und Rehe, die sich in wenigen Metern Entfernung aufhalten. Auch Gemsen oder Talflanken können mit dem Fernglas gut beobachtet werden.
Nehmen Sie sich auf jeden Fall viel Zeit für Beobachtungen! Sie werden mit vielen Eindrücken belohnt werden. Solch eine Wandertour kann auch als Wellness oder Wellnessbehandlung für Geist und Seele sehr empfohlen werden.

Die Wildfütterung im Klausbachtal ist eines der Ziele der Gäste im Urlaub in Berchtesgaden. Die Hirsche und Rehe in den Alpen müssen in den Wintermonaten gefüttert werden, da die natürlichen Wege in die Winterweiden abgeschnitten worden sind.

Weiter Richtung Hirschbichlpass

Durch Verwitterung brechen aus den Dolomitwänden der Mühlsturzhörner fortwährend Gesteinsstücke heraus und bauen einen Schuttkegel auf. Bei Schneeschmelze und Starkregen werden größere Schuttmassen vom Wasser mitgerissen. Muren verschütten zum Teil die Straße und dringen auch deutlich sichtbar in die angrenzenden Waldbereiche ein. Die Ränder des Mühlsturzgrabens sind von Latschen bewachsen. Mit ihren biegsamen, mehr oder weniger dem Boden anliegenden Ästen können sie Schuttbewogungen sowie den Abgang von Schneelawinen überstehen.


Bind-Alm

Auf der Bind-Alm befindet sich ein Ensemble von vier historischen Almkasern. Einer dieser Kaser ist der Schhiedkaser. Die Kaser der Almen werden meist nach dem Lehen im Tal benannt.
Der Schiedkaser ist ein Rundumkaser, bei dem der (offene) Stall die Wohnund Arbeitsräume umgibt. Ursprünglich stand dieses aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Gebäude auf der Feld-Alm im Steinernen Meer. Es wurde dort abgetragen und auf der Bindalm wieder neu aufgebaut.


   

Hirschbichl-Paß in der Ramsau

Ehemals bildete der Hirschbichl-Paß (1153m ü.NN) einen wichtigen Grenzübergang zwischen dem Berchtesgadener und Salzburger Land, war doch die Straße durch das Klausbachtal ein alter Saumweg, auf dem u.a. das Berchtesgadener Salz in den Pinzgau exportiert wurde. Heute nutzen den Pass ist nur noch für Fußgänger, der Wanderbus Hirschbichl und Mountainbiker, die meist weiter zur Litzelalm fahren, den Pass.

Auf der Passhöhe wird das Wasser des Klausbaches durch ein ein Wehr, eine sog. Klause, aufgestaut. Klausen errichtete man früher, um auch Bäche mit relativ geringer Wasserführung für den Holztransport, die sog. Holztrift, nutzen zu können. Kurz zugeschnittene Stämme wurden unterhalb des Stauwehres in das Bachbett geworfen. Mit dem Öffnen der Schleuse entstand ein Wasserschwall, der das Holz zu Tal beförderte. So wurden im gesamten Berchtesgadener Talkessel die Bäume Richtung Trifftplatz zur Saline am heutigen Bahnhof befördert.

Empfehlung für Insider:

Vom Königssee, bzw. St. Bartholomä aus führt ein schöner Weg in das Wimbachtal. Auch rund um den Hintersee kann gewandert werden.

 
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